Sonderdruck Nummer 08
Rolf Hille: Menschenrechte und Islam – Ist der „Kampf der Kulturen“ vorprogrammiert?
Der Fall des afghanischen Christen Abdul Rahman hat in Europa Aufsehen erregt und die Öffentlichkeit neu sensibilisiert für die Frage nach der Einhaltung von Menschenrechten in islamischen Ländern. Abdul Rahman, der sich schon vor Jahren zum christlichen Glauben bekehrt hatte, wurde in seiner Heimat Afghanistan entsprechend der islamischen Scharia mit der Todesstrafe bedroht. Nach westlichem Verständnis gehört aber die Freiheit zum Religionswechsel zu den elementaren Grundrechten des Menschen. Ganz anders in der Rechtstradition des Islam, wo nach Auskunft aller traditionellen Rechtsschulen der Abfall vom Islam mit der Todesstrafe geahndet werden muss. Wie steht es mit der Einhaltung von Menschenrechten in islamisch bestimmten Ländern? Gelten die von den Vereinten Nationen 1948 festgeschriebenen Menschenrechte universal für Menschen aller Kulturen und Kontinente? Oder haben wir es gerade hinsichtlich der Akzeptanz und Einhaltung von Menschenrechten mit einem eklatanten Zusammenprall der Kulturen zu tun?
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